DURCHHALTEN LAUTET DIE DEVISE

HSG-Chef Stefan Heil blickt auf die anstehende Handball-Saison

10.09.2026
SCHLÜCHTERN

An diesem Wochenende startet für die Handballer im Bergwinkel die neue Saison. Stefan Heil sieht seine HSG Kinzigtal wie in der vergangenen Spielzeit vor großen Herausforderungen. Welche er dabei als die größten Brocken ansieht, erörtert der 59-Jährige, der seit 2015 das Amt des Vorsitzenden führt, im Gespräch mit den KN.

Bleibt stets Anhänger eines realistischen Optimismus: HSG-Chef Stefan Heil. Foto: rd

Herr Heil, hat es personelle Veränderungen im Kader der Männermannschaft gegeben?
Es hat keine großen Veränderungen gegeben. Unser Torwart-Talent Felix Teubert pausiert erstmal, um sich auf seine Ausbildung zu konzentrieren. Ob und wann die Langzeitverletzten Luca Zinngrebe und Chris Schlegel wieder einsteigen, ist fraglich. Hoffnungsschimmer sind unsere Nachwuchsspieler aus der A-Jugend. Linksaußen Finn Bartholomä erlangt Ende September das Erwachsenenspielrecht, die Kreisläufer Nico Weigand und Emil Marburger Mitte November und Torwart Maximilian Spielmann leider erst im Februar 2027.
Die Bezirksklasse umfasst zwölf Mannschaften, davon lediglich drei „erste“ Mannschaften. Wie lautet die Zielsetzung?
Durchhalten. Der Männer-Kader für diese Saison ist doch eng gestrickt. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Qualität haben, um im gesicherten Mittelfeld zu landen.
Die Frauen sind mit dem SV Hochland Fischborn zusammengegangen, spielen aber weiter unter dem Namen HSG Kinzigtal. Sind da alle HSG-Spielerinnen aus der vergangenen Saison noch dabei oder gab es Abgänge?
In Fischborn sah es in der abgelaufenen Saison kadertechnisch ähnlich dünn aus wie bei uns. Kräfte zu bündeln, ist die logische Folge, um weiter Frauenhandball in unserer Region anbieten zu können. Ende März haben wir die Gespräche für einen Zusammenschluss abgeschlossen, da ließen die geforderten Regularien keine offizielle Fusion und auch keine unkonventionelle Übergangslösung mehr zu. Fast alle unserer Spielerinnen machen weiter, einige möchten kürzertreten, nur mittrainieren und im Notfall aushelfen. Torfrau Katharina Schlegelmilch hängt ihre Handballschuhe an den Nagel.
Die Mannschaft spielt zunächst mit fünf weiteren Teams in der Bezirksliga Gruppe 2, danach in der Aufstiegs- oder Qualifizierungsrunde. Was ist das Ziel für die neue Runde?
Mit Christina Gawel haben wir eine sehr motivierte und engagierte Trainerin gefunden, deren Hauptaufgabe natürlich erstmal darin besteht, aus den beiden Mannschaften ein Team zu formen. Wir sind aber überzeugt davon, dass die Mannschaft nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität hat, um sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Alles andere wäre tiefgestapelt.
Nachdem es in den vergangenen Jahren eine Jugendspielgemeinschaft mit dem TV Flieden gegeben hat, ist Kinzigtal inzwischen wieder eigenständig. Warum?
Die Jugendspielgemeinschaft besteht nach wie vor, allerdings nur mit einer weiblichen B-Jugend. Eine männliche A-Jugend haben beide Seiten nicht gemeldet. Die paar verbliebenen Jungs sollen in die jeweiligen Männermannschaften integriert werden.
Wie viele Mitglieder zählt die HSG?
Aktuell zählen 346 Mitglieder zu beiden Handball-Abteilungen unserer Stammvereine. Diese setzen sich aus 231 passiven und 115 aktiven zusammen.
Wie lange, glauben Sie, kann die HSG ihre Eigenständigkeit bewahren?
Aktuell haben wir in allen gemeldeten Jugendmannschaften kleine Kader. Wir betreiben viel Akquise, aber es bleibt nicht viel Zählbares. Auch können wir nicht alle Altersgruppen bedienen. Wir werden früher oder später nicht um eine Fusion herumkommen. Allerdings kann ich mir dies nur sehr schwer aufgrund unserer geografischen Lage vorstellen. Wir haben nicht nur Handballerinnen und Handballer aus Steinau und Schlüchtern, sondern auch aus deren Ortsteilen wie Ulmbach oder Gundhelm, auch aus Nachbargemeinden wie Bad Soden-Salmünster, Sinntal. Ob hier nach einer Fusion noch eine erweiterte Fahrbereitschaft zu den  Trainingsorten gegeben ist, kann ich nicht einschätzen, wage es aber zu bezweifeln. Auch das Organisatorische wird nicht einfacher werden.
Wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass der Verband im Digitalen weiter auf das „nuLiga“-System zurückgreift und nicht auf das zunächst vorgesehene neue „Handball 360“?
Ich persönlich begrüße die Entscheidung sehr, hätte sie mir aber mindestens sechs Wochen früher gewünscht. Handball 360 hat uns Ehrenamtlichen in Vereinen unheimlich viele Ressourcen und Nerven abverlangt. Es wäre absolut fahrlässig gewesen, mit diesem System und dem zur Verfügung stehenden Reifegrad zu starten, nur weil es ganz oben vom DHB so bestimmt wurde. Allerdings dürfen wir uns jetzt nicht zurücklehnen und müssen parallel an Handball 360 weiterarbeiten, um die Plattform auf unsere Bedürfnisse vorzubereiten und zu testen.    rd

 

Eine Unterhaltung beginnen